# Mädchenförderung – sichtbar, vernetzt und selbstbewusst
Die HTL Wien West ist eine Schule der Technik und damit ein Umfeld, in dem Mädchen nach wie vor in der Minderheit sind – auch wenn ihre Zahl in den vergangenen Jahren langsam steigt. Umso wichtiger ist es, gezielt Räume zu schaffen, in denen Schülerinnen unterstützt, gestärkt und sichtbar werden. Mädchenförderung verstehen wir dabei nicht als Einzelmaßnahme, sondern als kontinuierlichen Prozess, der den Schulalltag aktiv mitgestaltet.
Ein bedeutender Schritt war die Gründung des Mädchenbeirats WELA. Jede Abteilung wird durch eine Schülerin vertreten. Dadurch können Anliegen und Wünsche gebündelt und direkt, etwa in SGA-Sitzungen, eingebracht werden. So erhalten Schülerinnen eine klare Stimme und die Möglichkeit, an der Weiterentwicklung der Schule mitzuwirken. Auch die persönliche Entfaltung und das Hinterfragen von Rollenbildern stehen im Fokus.
Neben WELA bietet die Schule regelmäßig MINT-orientierte Workshops speziell für Schülerinnen an. Beim Workshop „Junge Frauenstimmen“ setzten sie sich mit geschlechterbezogenen Erwartungen im Ausbildungs- und Berufsalltag auseinander, machten weibliche Vorbilder sichtbar und produzierten drei Podcastfolgen über ihre selbst gewählten Themen und Perspektiven.
Ein eigener Aufenthaltsraum bietet Mädchen im häufig burschendominierten Schulumfeld einen geschützten Ort. Regelmäßige Treffen fördern Austausch, Vernetzung und gegenseitige Unterstützung. Zusätzliche Impulse geben Role Models aus technischen Berufsfeldern, die Einblicke in ihre Bildungs- und Karrierewege ermöglichen.
Auch externe Initiativen und Netzwerke eröffnen neue Perspektiven. Bei „The Voices“ der MINTality Stiftung arbeiten Schülerinnen an Ideen für mädchenfreundlichere HTLs mit. TU.impact ermöglicht den Austausch mit Studentinnen der TU Wien sowie Einblicke in Studium und MINT-Berufe. Veranstaltungen von WomenInICT verbinden Networking mit fachlichem Input; im Mai nahmen zwei Schülerinnen an einem Salon bei den ÖBB zum Thema Künstliche Intelligenz teil.
Im Projekt „HTL Fem*Future“ bringen Schülerinnen verschiedener Jahrgänge ihre Erfahrungen ein und reflektieren bestehende Angebote. Daraus entstehen konkrete Handlungsempfehlungen für bessere Rahmenbedingungen an HTLs. Auch der Wiener Töchtertag ist ein fixer Bestandteil des Engagements: Während Schülerinnen Unternehmen kennenlernen, lädt die Schule zugleich rund 40 Mädchen aus der Unterstufe ein und lässt sie Technik praktisch erleben.
Mit der geplanten unverbindlichen Übung „MUT – Mädchen und Technik“ wird dieser Weg weitergeführt. Sie verbindet Vernetzung, Role Models, Workshops und Firmenbesuche – ganz nach dem Motto „Girls support girls“.
All diese Initiativen machen deutlich: An der HTL Wien West wird Mädchenförderung aktiv gelebt. Ziel ist es, Schülerinnen auf ihrem Weg zu begleiten, sie zu ermutigen und ihnen die bestmöglichen Voraussetzungen zu bieten, um ihren eigenen Platz in der Welt der Technik selbstbewusst zu gestalten.
Von Prof. Emily Oberhauser, MEd – Mädchenbeauftragte der HTL Wien West
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